Hörverlust stresst das soziale Umfeld

13.08.2018

Ein Hörverlust stresst nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr soziales Umfeld. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie an der Universität Nottingham in Großbritannien. Vorbeugen könnte eine frühe Versorgung und die Einbeziehung der Angehörigen in die Anpassung.

Diese Situationen kennen viele Menschen. Der Fernseher ist so laut, dass alle nur die Augen verdrehen und aus der Nachbarwohnung Beschwerden kommen. Der Partner hat keine Lust auf den Abend mit Freunden, weil er in der lauten Runde sowieso nichts versteht. Am Telefon ist der Gesprächspartner äußerst einsilbig und muss häufig nachfragen oder geht gar nicht erst ran, weil ihm oder ihr das Verstehen schwer fällt. In einer Beziehung entwickeln normalhörende Partner Schuldgefühle, weil sie gut hören und die Schwierigkeiten des schwerhörigen Partners nicht verstehen. Was das Bauchgefühl verrät, hat die Studie aus Nottingham jetzt nachgewiesen.

Für ihre Arbeit haben die Forscher 70 einzelne Studien untersucht und sich genau damit beschäftigt, was die emotionalen Folgen eines Hörverlusts ausmachen und wie das soziale Umfeld davon betroffen ist. Demnach sei ein Hörverlust als eine chronische Erkrankung anzusehen, die die ganze Familie betreffe.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum eine frühzeitige Versorgung eines Hörverlust mit Hörgeräten nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch dem sozialen Umfeld zugute kommt. Ein unversorgter, langfristiger Hörverlust führt zu einer Hörentwöhnung, die auch mit Hörgeräten erst langsam wieder abgebaut werden kann. Das kann, wie die Studie zeigt, bei allen Beteiligten zu großem Stress führen. Wird die Hörminderung früh versorgt, können die Hörgeräte die Hörminderung schneller ausgleichen und so zu einem entspannten Familien- und Privatleben beitragen.


Was tun?

Allgemein empfehlen die Experten regelmäßige Hörtests. Das gilt für Menschen aller Altersklassen. „Ein professioneller Hörtest bei unseren Mitgliedern geht schnell und kostet nichts“, lädt der Qualitätsverband Pro Akustik ein. „Veränderungen des Hörvermögens lassen sich damit genau und rechtzeitig erkennen, um bei Bedarf darauf zu reagieren.“

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