Intelligente Technik macht das Leben leichter

31.10.2018

Intelligente Hörgeräte machen das Leben leichter, wenn sie vom Hörakustiker individuell angepasst werden. Das ist ein Fazit des 63. Internationalen Hörakustiker-Kongress, zu dem sich in Hannover mehr als 8.000 Teilnehmer aus 83 Ländern trafen. Mit Manuel Cortez, Tanja Bülter und Titus Dittmann stellten sich auch prominente Hörsystem-Träger den Fragen der Besucher.

Wenn von Digitalisierung die Rede ist, vom digitalen Wandel, dann können Hörakustiker nur nicken. Der digitale Wandel ist in der Hörgerätetechnologie ein alter Hut, denn digitale Hörgeräte gibt es schon seit vielen Jahren. Seit sich die Hörgeräte mit Apps auf dem Smartphone vernetzen lassen, hat die intelligente Technik allerdings eine neue Umlaufbahn erreicht. Auf der begleitenden Fachausstellung zum Kongress präsentierten 142 Aussteller ihre Neuheiten.

Smartphone und Hörsystem - ein gutes Team

Tanja Bülter, Moderatorin im RTL-Fernsehen, hatte zwar keine Handtasche, dafür aber ihr Smartphone dabei. Über eine App kann sie ihr neues Widex-Hörsystem selbst nachsteuern und eine Einstellung speichern. Dabei leistet das Hörsystem selbst erstaunliches, denn es ist lernfähig. Was sich im Computer-Deutsch „Machine Learning“ nennt, meint nichts anderes, als das sich das Hörsystem die Hörvorlieben seines Benutzers in einer bestimmten Hörumgebung „merkt“ und automatisch wiedererkennt. Dieser Vorgang, sich auf eine bestimmte Situation einzustellen, geht besonders schnell, so das der Träger es kaum noch merkt.

Mehr Akzeptanz, wenn die eigene Stimme natürlich klingt

Viele Menschen mit einem leichten bis mittleren Hörverlust verzichten immer noch auf Hörsysteme, weil ihnen der Klang der eigenen Stimme damit unangenehm erscheint. Das haben die Entwickler von Signia zum Anlass genommen ein Hörsystem zu entwickeln, das die eigene Stimme ganz natürlich erscheinen lässt. Möglich wird das durch einen kontinuierlichen Audiodatentransfer auf beiden Hörsystemen, der die Stimme des Trägers dynamisch abtastet, erkennt und verarbeitet. Dieser Vorgang geschieht ganz unabhängig von der Verarbeitung der Umgebungsgeräusche und aller anderer Stimmen. Außerdem hat das neue Hörsystem eine superschlanke Form, ähnlich eines sehr dünnen Stiftes. So ist es besonders angenehm zu tragen und stört in keiner Situation. Dieser Style hat auch den Stylisten Manuel Cortez begeistert, der sich dem Publikum auf der Fachmesse für Fragen zur Verfügung stellte.

Mit Sturzsensor und Übersetzer

Ein Hörsystem mit eingebautem Sturzsensor stellte Starkey vor. Der eingebaute Sensor kann nach einem Sturz sogar einen Notruf auslösen, wenn das Hörgerät mit einer App auf dem Smartphone verbunden ist. Und wer gerne verreist, kann auf den Dolmetscher künftig verzichten, denn er befindet sich im Hörsystem. Eine App mit 20 hinterlegten Sprachen übernimmt die Übersetzung und sendet sie per Sprachausgabe direkt auf das Hörsystem.

Mehr Lebensqualität und ein aktives Leben

ReSound, die Pioniere auf dem Gebiet der mit dem Smartphone vernetzten Hörsysteme, hatten mit Titus Dittmann einen Pionier auf einem ganz anderen Gebiet mit auf die Fachmesse des Kongress gebracht. Dittmann hatte das Skateboard in Deutschland einst populär gemacht und ist auch im Alter von fast 70 Jahren immer noch aktiv. Seine Hörgeräte halten ihn davon nicht ab, sondern erleichtern ihm vielmehr sein aktives Leben.

Hörakustiker machen komplexe Technik einfach nutzbar

Eins machten der Kongress und die Fachausstellung besonders deutlich: Die Technik wird zwar immer intelligenter, aber damit auch komplexer. Darauf sind Deutschlands Hörakustiker vorbereitet. Sie wissen, wie man das Smartphone mit dem Hörsystem verbindet und nutzen die neuen Möglichkeiten, ihre Kunden individuell zu versorgen und ihnen mehr Lebensqualität zu verschaffen. Die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten hierzulande sind international beispielhaft. Das zeigte nicht nur das Programm von 20 Fachvorträgen und sieben Tutorials an drei Tagen, sondern auch die internationale Beteiligung von Teilnehmern aus 83 Ländern.

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