Laut war gestern – und was ist morgen?

19.04.2018

„Laut war gestern!“ ist das Motto des 21. Tags gegen Lärm, der am 25. April 2018 stattfindet.

In den Diskotheken der 1970er-Jahre hat niemand an den
Schutz des Gehörs gedacht, in den 1980er-Jahren begann die Walkman-Ära, und ab dem
Jahr 2000 sorgte der MP3-Player für laute Musik auf den Ohren.
Der „Tag gegen Lärm“ ist Anlass, sich über Lärm im Alltag bewusst zu werden. In den letzten
Jahren wurde viel dafür getan, dass unsere Ohren vor Lärm geschützt werden. Kopfhörer mit
Lautstärkendrosselung sorgen für tolle Klangerlebnisse, Konzerte lassen sich mit individuell
angepasstem Gehörschutz genießen. Auf den Straßen hat sich ebenfalls etwas verändert:
Es gibt speziellen Flüsterasphalt, der die Abrollgeräusche der Autoreifen senkt. In Baden-
Württemberg gibt es Anzeigetafeln für Motorradfahrer. Dort wird neuerdings nicht die
Geschwindigkeit angezeigt, sondern die Lautstärke. Für Cabrio- und Motorradfahrer gibt es
speziellen Gehörschutz, der Fahrgeräusche unterdrückt, Warnsignale, Musik und
Radiohinweise wieder hörbar macht.

Im Beruf kommen Dämmelemente, sogenannte „Absorber“, zum Einsatz. In Großraumbüros
sorgen sie dafür, dass es ruhiger wird, spezielle Teppichböden, Grünpflanzen und Vorhänge
mindern Bürolärm. Lärmschutz wird im beruflichen Umfeld durch die
Arbeitsschutzverordnung festgelegt und von den Betrieben umgesetzt.
Im privaten Haushalt und der Freizeit werden Lärmquellen oft gar nicht als solche
wahrgenommen. Mehrmals am Tag kommt der Staubsauger zum Einsatz, leckere
Smoothies werden gemixt. Dass dabei schnell mal Dezibelwerte von 80 dB und mehr, wie
beim Rasenmähen, entstehen können, ist vielen nicht bewusst. Martin Blecker, Präsident der
Europäischen Union der Hörakustiker e. V., dazu: „Ab 85 Dezibel kann die Schädigung des
Gehörs beginnen. Das entspricht in etwa dem Lärm, den ein LKW in fünf Metern Entfernung
verursacht. Hörakustiker sind Experten in Sachen Lärmschutz. Sie können für fast alle
Hörsituationen eine passende Lösung anbieten. Übrigens auch für Kinder, ihre Ohren
benötigen manchmal höheren Schutz als Erwachsene.“
Wenn das Bewusstsein für ein leiseres Leben weiterhin wächst, haben die Generationen von
morgen aus den Fehler von gestern gelernt. Kopfhörerpartys mit gedrosselter Lautstärke,
Szene-Clubs, die zum entspannten Musikgenuss einladen, könnten die Hörwelt von morgen
sein!

Varianten von Gehörschutz
Aktiver Gehörschutz: Bei dieser speziellen Variante sorgt eine eingebaute Elektronik
für die situationsgerechte Lärmdämmung. Leise Signale können passieren, während
impulsartig auftretender Lärm abgedämpft wird. Ideal zum Beispiel für Jäger.
Standard-Gehörschutz: Vorgefertigte Gehörschutzstöpsel ohne Filter eignen sich für
alle, die sich vor Lärm schützen möchten, ohne bestimmte Anforderungen an den
Tragekomfort und die Klangqualität zu stellen. Denn hier werden die gefährlichen
hohen Frequenzen stärker gedämpft, was einen dumpferen Klang zur Folge hat.
Kapsel-Gehörschutz: Kapsel-Gehörschutz ist für den beruflichen Einsatz bei sehr
lauten Tätigkeiten – in der Industrie oder am Flughafen – geeignet. Durch die
Abdeckung des gesamten Ohres und der Knochenleitung ist der Schallschutz sehr
groß. 

Quelle: Europäische Union der Hörakustiker e.V.

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